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A.V.E. installierte im Kölner Dom eine neue Beschallungsanlage.

Kölner Dom (Rechte:Thomas Wolf)

QUELLE: www.foto-tw.de


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Pressemeldungen

 

Köln Anlage
Hightech trifft Gotik: Soundanlagen der Firma AVE aus Bietigheim sind nun im Kölner Dom installiert, darunter auch sechs Meter hohe Tonsäulen.

 

 

Neuer Klang für den Kölner Dom

 

Bietigheimer Unternehmen AVE hat sich auf Beschallungsanlagen von Kirchen spezialisiert

 

 

Bietigheim-Bissingen – Kirchen zu beschallen gilt in der Branche als Königsdisziplin. Wegen ihrer Größe und Höhe entsteht in sakralen Räumen meist ein starker Hall, was die Verständlichkeit des Gesprochenen erheblich mindert. Die Bietigheimer Firma AVE (Audio Vertriebs-Entwicklungsgesellschaft) hat sich auf solche Beschallungsanlagen spezialisiert. Bislang aufwendigstes Projekt: der Kölner Dom.

Elektroakustik für Hallen, Gemeindehäuser, Schulen – und vor allem Kirchen. "Die sind am schwierigsten zu beschallen", sagt Salvatore Lattuca. Mit der Wahl der Mikros, des Mixers, Verstärkers und Lautsprechers könne man aber gezielt gegensteuern. Nachdem sein ehemaliger Arbeitgeber Beschäftigte entlassen musste, machte sich der Tontechniker mit dieser Geschäftsidee 1998 samt zwei Kollegen selbstständig. Zunächst in Stuttgart, seit 2009 in Bietigheim.

Lattuca, gebürtiger Sizilianer, hat eigene Produkte entwickelt, darunter ein digitaler Mixer und ein Lautsprecher – im typischen, schlicht-schlanken Design. "Die Architekten wollen nichts anderes sehen", sagt Lattuca. Ein Entwicklungsingenieur gestaltet die Produkte nach seinen Vorgaben. Durch Messekontakte ergab sich der bislang größte Auftrag für die Bietigheimer: die vollständige Erneuerung der Beschallungsanlage des Kölner Doms, einschließlich Integration der Lautsprecher in die Bausubstanz der bedeutendsten gotischen Kirche Deutschlands und neuer Liedanzeige mit Spezialgehäuse. An der Ausschreibung seien zunächst zehn Firmen beteiligt gewesen. Sein Konzept überzeugte die Auftraggeber.

"Eine echte Herausforderung", erinnert sich der in Illingen wohnende Lattuca. Anfangs habe er Bauchschmerzen gehabt, dies mit seinem fünfköpfigen Team schultern zu können. Daher holte er sich Hilfe von italienischen Fachkräften hinzu. Gemeinsam haben sie 14 aktive, sechs Meter hohe Tonsäulen aufgehängt, dazu zwölf kleinere Passivboxen für den Eingangs- und Altarbereich. Um Distanzen von bis zu 45 Metern zu überbrücken und die Anlage zu vernetzen, wurden mehr als sieben Kilometer Glasfaserkabel verlegt – bis zum einen Kilometer entfernten Domradio, das zur Live-Übertragung jedes Mikro einzeln ansteuern kann. Hierzulande haben die Bietigheimer unter anderem den Dom St. Blasien, einige katholische Kirchen in Stuttgart, die katholische Kirche in Grünbühl, die Hemminger Laurentiuskirche, St. Michael in München, die Stadtkirche St. Martinus in Kornwestheim und die Peterskirche Heidelberg mit Klangsystemen versorgt. Doch Lattuca ist auch im Ausland aktiv: Um AVE möglichst breit aufzustellen, hat er selbstständige Vertriebsniederlassungen in fünf europäischen Ländern gegründet, die wichtigsten Projekte in Frankreich. Beraten, planen, ausführen – das seien die AVE-Kompetenzen. Ansonsten versuche er, sich mit Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und professionellem Wartungsservice von Wettbewerbern zu unterscheiden. "Eine andere Möglichkeit haben wir nicht. Stammkunden machen die beste Werbung für uns", so Lattuca. Mehr als 10 000 seien es.

Dennoch: Die Konkurrenzsituation verschärfe sich. "Die ganze Welt drängt mit Billigprodukten auf den Markt", klagt Lattuca. Und die Kunden schauten immer mehr aufs Geld. Über die Jahre hinweg liege der Umsatz bei einer Million Euro – im vergangenen Jahr wegen des Kölner- Dom-Auftrags etwas mehr. An Ruhestand denkt der 64-Jährige noch lange nicht, trotz aller zeitlichen Beanspruchung. Zu sehr liebe er seinen Job: "Ich finde die Architektur von Kirchen wunderbar", schwärmt er. "Unglaublich, was die Leute in den vergangenen Jahrhunderten alles geleistet haben." Erst langsam mache er sich mit den beiden Gesellschaftern Gerhard Dekinger und Martin Seiber Gedanken über eine Nachfolgeregelung. "Es wäre schade, eine Firma von europäischem Niveau aufgebaut zu haben und einfach zu schließen."

 

Zeitung Is - Bericht von Michael Müller

 

 

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